• Neue Programme mit starkem Wachstum / DAB+ mit Abstand wichtigster Verbreitungsweg / DAB+ attraktiv für Werbekunden Norwegen: Übergang von UKW zu DAB+ ein voller Erfolg

    Die öffentlich-rechtlichen und privaten Radioveranstalter sowie die Verantwortlichen bei Digitalradio Norwegen ziehen eine positive Bilanz nach dem Umstieg von UKW auf DAB+: Große Reichweitengewinne erzielen Programmangebote, die es vorher auf UKW nicht gab, meldet die norwegische Kommunikationsbehörde in ihrer jüngsten Übersicht. Während die fünf traditionellen Programmangebote (NRK-Kanäle P1, P2 und P3, P4 und Radio Norway) im Marktanteil von 60,2 auf 42,1 Prozent sanken, konnten die neuen auf DAB+ verfügbaren öffentlich-rechtlichen und privaten Programmangebote ihren Marktanteil von 26,4 auf 36 Prozent erhöhen (neue NRK Programme, P4-Gruppe und Bauer Media, z. B. NRK P1 +, P7 Clip und Radio Rock). Norwegen hatte im Dezember 2017 die nationale analoge Radioübertragung zugunsten von DAB+ beendet.

    Exzellente Reichweiten, sehr guter Empfang
    Die nationale Vielfalt ist von fünf auf 31 Sender angewachsen. Der Netzausbau ist hervorragend: Die öffentlich-rechtlichen Programme erreichen inzwischen 99,7 Prozent der Bevölkerung, die der privaten Anbieter 92,8. Das mobile DAB+ Netz ist besser ausgebaut als das ehemalige UKW Netz, bestätigt die norwegische Kommunikationsbehörde. 86 Prozent der Bevölkerung nutzen heute digitale Verbreitungswege, die große Mehrheit von über 78 Prozent hört täglich Radio über DAB+, meldet Digitalradio Norwegen.

    Hohe Haushaltsdurchdringung, hohe Nachfrage nach Car-Adaptern
    Alleine seit Mitte September 2017 wurden 620.000 DAB+ Radios in Norwegen verkauft, wie Digitalradio Norwegen mitteilt. 150.000 davon fallen in die Kategorie Autoradios oder Auto-Adapter zum Nachrüsten. 64 Prozent der Autofahrer, die regelmäßig Radio hören, nutzen ein DAB+ Autoradio. Insgesamt hat fast jedes zweite Autoradio in Norwegen DAB+ Empfang. Die Nachfrage nach digitalen Adaptern ist ungebrochen und es ist davon auszugehen, dass der Anteil von Autos mit digitalem Radioempfang in 2018 weiter stark wachsen wird.

    Insgesamt stehen jetzt fast 5,4 Millionen DAB+ Radios in norwegischen Haushalten, 85 Prozent haben ein oder mehrere DAB+ Geräte. Die Zahlen zeigen auch, dass die Verbreitung von DAB+ weiter wächst, je länger die UKW-Abschaltung zurück liegt. In Nordland, der ersten Region der digitalen Umstellung vor gut einem Jahr, besitzen inzwischen 91 Prozent der Haushalte ein oder mehrere DAB+ Radios.

    Ole Jørgen Torvmark, CEO Digital Radio Norway AS: „Norwegen hat den wichtigen Übergang vom analogen zum digitalen Radio geschafft. Radio muss digital verbreitet werden, um relevant zu bleiben. Gleichwohl müssen wir den Hörern Zeit geben, um sich an das Hören über digitale Endgeräte zu gewöhnen. UKW wurde in Norwegen stufenweise abgeschaltet. Nach jedem Teilschritt erholten sich die Reichweiten nach einem vorübergehenden Rückgang. Wir gehen davon aus, dass die Reichweiten im Rundfunk Ende 2018 ungefähr denen von Ende 2016 entsprechen.“

    Patrick Hannon, Präsident von WorldDAB: „Radio bleibt nur wettbewerbsfähig über digitale Verbreitungswege. DAB+ bietet mehr Auswahl, gleichzeitig gewährleistet diese Technologie den kostenlosen Zugang zu Radioprogrammen mit effizienter Netzabdeckung. Die neuen Zielgruppenprogramme in Norwegen erfüllen den Wunsch der Hörer nach vielfältigeren Angeboten.“

    Werbemarkt wächst
    Trotz erster Bedenken konnten vor allem die privaten Radiostationen von der UKW-Abschaltung profitieren. Mit einem Umsatz von 369 Millionen Kronen (umgerechnet über 42 Millionen Euro, Quelle: Department of Advertising and Media Statistics) wuchs der Radio-Werbemarkt im zweiten Quartal 2017 um 1,2 Prozent, während die Werbeeinnahmen bei Tageszeitungen (-16,2 Prozent) und Fernsehen (-3,3 Prozent) zurückgingen. 

    Über uns
    Das Digitalradio Büro Deutschland mit Sitz in Berlin ist eine Gemeinschaftsinitiative des Vereins Digitalradio Deutschland, also ARD, Deutschlandradio, privaten Radioveranstaltern, Geräteherstellern und Netzbetreibern, die sich zum Ziel gesetzt haben, Digitalradio DAB+ in Deutschland zu etablieren. Das Digitalradio Büro informiert die Öffentlichkeit über die Möglichkeiten und die Einführung von DAB+ in Deutschland. Der Zugang zum Digitalradio Deutschland e.V. steht allen Marktteilnehmern offen, die sich für DAB+ engagieren. Weitere Informationen zu DAB+ unter: dabplus.de

     

    Kontakt Presse/Medien:

    Carsten Zorger
    Digitalradio Büro Deutschland
    Tel.: +49 30 8503 6841
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  • Digitalradio DAB+ 2017: Überragende Programmvielfalt, Netzausbau nahe Vollversorgung, gemeinsame Aktionszeiträume mit neuer Markenführung

    Die Marktdynamik beim Digitalradio DAB+ wächst weiter. Im Laufe des Jahres profitierten Hörerinnen und Hörer von der neuen Vielfalt regionaler und überregionaler Programme, darunter einige, die nicht auf UKW zu hören sind. Der klare, digitale und rauschfreie Klang überzeugt auch Autofahrer: Jeder fünfte Neuwagen rollt nun mit DAB+ Radio vom Band. Um die Sichtbarkeit und Akzeptanz von DAB+ weiter zu steigern, setzen Hersteller und Programmanbieter auf gemeinsame Werbeaktivitäten auf Basis der im Mai neu vorgestellten Marken- und Kampagnenführung.

    Positive Marktzahlen, Netzabdeckung vor Vollausbau

    In 15,1 Prozent der deutschen Haushalte steht mindestens ein DAB+ Radio, im Vorjahr waren es nur 12,5 Prozent, so der Digitalisierungsbericht der Landesmedienanstalten. Damit verfügen sechs Millionen Haushalte über mindestens ein DAB+ Gerät, das ist eine Million mehr als im Vorjahr. In Deutschland sind 2017 über 21 Prozent der Neuwagen mit DAB+ Radios ausgestattet, die einen kostenlosen Empfang über Antenne ohne Internetanbindung ermöglichen. Aktuell sind in Deutschland rund 3,7 Millionen DAB+ Autoradios in Betrieb.

    Die Programme des ersten nationalen Multiplexes erreichen bereits 66 Millionen Einwohner „inhaus“ bei einer Flächenabdeckung von 97 Prozent; die Autobahnen sind mit 98,2 Prozent nahezu voll versorgt. Es gibt nun 120 Senderstandorte mit dem bundesweiten Programmangebot von Deutschlandradio und neun Privatsendern.

    Wachsendes regionales Angebot

    Derzeit sind über 150 unterschiedliche regional ausgestrahlte Angebote der öffentlich-rechtlichen und privaten Anbieter verfügbar. Fast alle ARD-Landesrundfunkanstalten haben zusätzliche Sendeanlagen für ihre regionalen DAB+ Bouquets in Betrieb genommen: Die Hörfunkprogramme von hr, rbb und NDR sind nun auch abseits der Ballungsräume digital-terrestrisch zu hören, der SWR startete auf einem neuen Kanal im Allgäu und baute seine Versorgung im Norden von Rheinland-Pfalz aus. Auch der BR hat seine Netze optimiert. Radio Bremen ist über DAB+ jetzt auch in Bremerhaven zu hören. Der SR hat die Empfangbarkeit im Süden des Landes verbessert. Der MDR hatte bereits in 2016 seine DAB+ Netze ausgebaut, der WDR plant dies für das kommende Jahr. 

    Zum Boom beigetragen hat auch eine Kooperation der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) mit dem BR. In einem Simulcast-Szenario sind lokale, regionale und landesweite UKW-Privatradios parallel auf DAB+ verfügbar. Insgesamt 14 Lokalradios aus Franken bauten zuletzt ihre technische Reichweite aus. Bis Ende 2018 sollen alle bayerischen Lokalradios über DAB+ zu hören sein.

    Auch in Sachsen wird das Angebot steigen. Über zwei lokale Multiplexe in Leipzig und Freiberg sollen in Kürze 28 Hörfunkprogramme starten, darunter zehn Programme, die bisher nur im Internet oder noch gar nicht zu hören sind. In Baden-Württemberg sind mit Radio Teddy, Rock Antenne, Regenbogen 2 und Antenne 1 vier weitere private Hörfunkprogramme im landesweiten Bouquet auf Sendung gegangen. In Rheinland-Pfalz ist das Privatradio RPR Eins jetzt auch im ganzen Land über DAB+ zu hören, im Lokalradio Domradio Studio Nahe.

    Landesmedienanstalten für zusätzliche Kapazitäten

    In Hamburg, Berlin und im Rhein-Main-Gebiet sind die regionalen Multiplexe inzwischen ausgebucht. In der Bundeshauptstadt hat die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) daher die Weichen für einen zweiten regionalen Mux gestellt, der bald mit bis zu 16 zusätzlichen Programmen auf Sendung gehen soll.

    In anderen Bundesländern gab es Vorentscheidungen. So waren Interessensbekundungen (Call-of-Interests) im Saarland und Mecklenburg-Vorpommern so erfolgreich, dass die Landesmedienanstalten schon in Kürze Kapazitäten ausschreiben könnten. In Bremen ist zudem ein regionales Privatradio-Angebot geplant. Auch in anderen Bundesländern beschäftigt sich die Medienpolitik intensiv mit dem Thema DAB+.

    Zweiter Bundesmux mit breiter Vielfalt

    Im kommenden Jahr soll die national verbreitete Vielfalt mit einem zweiten Multiplex und bis zu 16 neuen Programmen steigen. Mitte November hat die Gremienvorsitzendenkonferenz (GVK) der Landesmedienanstalten die so genannte Zuweisung an die Antenne Deutschland GmbH & Co. KG bestätigt. Antenne Deutschland ist ein Gemeinschaftsunternehmen der MEDIA BROADCAST Digital Radio GmbH und der Absolut Digital GmbH & Co. KG, die den Aufbau und Betrieb der zweiten nationalen DAB+ Plattform übernehmen sollen. Vor dem Start müssen noch rechtliche Rahmenbedingungen geklärt werden. Fast 30 Programme wären künftig insgesamt bundesweit verfügbar.

    DAB+ Marketing mit neuer Marken- und Kampagnenführung

    Seit Mai hat DAB+ ein neues Logo und Corporate Design sowie eine neue Kampagnenführung. Die Elemente wurden von der ARD entwickelt und stehen allen Marktbeteiligten über den Digitalradio Deutschland e.V. zur Bewerbung von DAB+ zur Verfügung. Alle Mitglieder des Vereins, darunter ARD, Deutschlandradio und Hersteller, setzen die Elemente gemeinsam ein.

    In drei Aktionszeiträumen (Mai, August, November/Dezember) bewerben ARD, Deutschlandradio, private Anbieter und weitere Mitglieder des Vereins den digitalen Radiostandard DAB+ und damit die Freude am Radiohören. Der Slogan des dritten bundesweiten Aktionszeitraums lautet: „Schenken Sie ein DAB+ Radio“. Zu den crossmedialen Maßnahmen zählen unter anderem TV- und Funkspots, Print- und Onlinemotive sowie Programmhinweise. Auch für 2018 sind Aktionszeiträume in Vorbereitung.

    Viele DAB+ Gerätehersteller integrieren das neu vorgestellte Corporate Design in ihre nationale Online- und Offline-Kommunikation sowie auf Produktverpackungen für den PoS. Auch im europäischen Ausland, bei WorldDAB und bei den international agierenden Herstellern hat das neue Corporate Design großes Interesse geweckt.

    Produktoffensive der Hersteller

    Die im Digitalradio Deutschland e.V. vertretenen Hersteller Dual, Hama, Pure, TechniSat und Telestar haben in diesem Jahr eine beachtliche Produktoffensive mit großer Geräteauswahl gestartet. Im Mittelpunkt des Angebots stehen DAB+ Radios mit Farbdisplay und Multiroom-Vernetzung. Weitere Trends sind kompakte, energiesparende Kofferradios mit OLED Display und edle Hybridradios für die heimische Stereoanlage.

    Erste UKW-Aussteiger

    Auch im Ausland setzten Politik und Programmanbieter wichtige Meilensteine: So ist Norwegen 2017 als erstes Land weltweit zugunsten von DAB+ aus der analogen UKW-Verbreitung ausgestiegen. Auch Südtirol hat damit begonnen UKW-Anlagen abzuschalten, während die Schweiz wichtige politische Entscheidungen gefällt hat, damit ein UKW-Ausstieg ab 2020 beginnen kann.

     

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Wachstumsmöglichkeiten für DAB+: Kein UKW-Abschaltdatum, sondern Multinormchips und die richtigen Signale

on Dienstag, 13 September 2016.

Etwa 13 Prozent der Haushalte haben mindestens ein DAB+-Radiogerät. Und: Ist so ein Gerät vorhanden, wird in den Haushalten DigitalradioEmpfang auch häufig genutzt. „DAB+ ist auf einem guten Weg – aber kein Selbstläufer. Die Medienanstalten, die Privaten, die ÖffentlichRechtlichen, die Politik – alle müssen mitziehen. Und zwar alle in die gleiche Richtung.“ So hat Siegfried Schneider, der Vorsitzende der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM), gestern auf dem Digitalradiotag der Medienanstalten in Berlin die neuesten Zahlen zur wachsenden Marktdurchdringung von DAB+ aus dem Digitalisierungsbericht und einer von den Medienanstalten initiierten Pilotstudie zur DAB+-Nutzung eingeordnet.

In die Diskussion über Akzeptanz und Reichweite des digitalen Hörfunks in Deutschland ging es im Anschluss an die Präsentation der Studienergebnisse auf einem hochkarätig besetzten Podium.
So sprach Prof. Dr. Karola Wille, ARD-Vorsitzende und Intendantin des MDR, von einer „ermutigenden, aber noch nicht ausreichenden Dynamik“ der Entwicklung von DAB+. Um DAB+ neben der Internetverbreitung im Markt zu etablieren, sei nun die Politik gefragt. Wille forderte – wie auch die Medienanstalten – den verpflichtenden Einbau von Multinormchips in allen neuen Empfangsgeräten. Außerdem müsse die Frage, was mit frei werdenden UKW-Frequenzen geschehe, geklärt werden.

Der Intendant des Deutschlandradios, Dr. Willi Steul, bezeichnete in dem Zusammenhang Frequenzwechsel von bisher rein digitalen ARDProgrammen auf das analoge UKW – wie etwa beim Hessischen Rundfunk mit You FM oder bei Radio Bremen mit „Next“ – als kontraproduktiv. Statt „falsche Signale zu setzen“, sei es vielmehr die Herausforderung, „gemeinsam mit allen Beteiligten noch mehr Anstrengungen für DAB+, die Technologie der Zukunft, zu unternehmen“.

Auch Klaus Schunk, der Vorsitzende des Fachbereichs Radio und Audiodienste beim Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) und Geschäftsführer/Programmdirektor von Radio Regenbogen, kritisierte die Frequenzwechsel-Praxis der Öffentlich-Rechtlichen. Dennoch spüre er eine „neue Qualität in der Diskussion um DAB+“. Die neuen Zahlen bestätigen die Sicht des VPRT. Schunk: „Wir wollen den verpflichtenden Einbau von Multinormchips, wir setzen weiter auf die Hybridstrategie mit allen Ausspielwegen und wir wollen kein Abschaltdatum für UKW.“

Auch „die Medienanstalten setzen auf eine hybride Strategie“ betonte Martin Deitenbeck, Mitglied des Fachausschusses Technik, Netze, Konvergenz der DLM und Geschäftsführer der Sächsischen Landesmedienanstalt (SLM). Um das terrestrische Digitalradio weiter voranzubringen, wollten die Medienanstalten die Voraussetzungen für mehr DAB+-Angebote schaffen. Aus dem Grund hätten die Medienanstalten die Anmeldung eines zweiten bundesweiten Multiplex beschlossen. Deitenbeck: „Eine Technik setzt sich immer dann besonders gut durch, wenn die Angebote stimmen.“
Olaf Hopp, der CEO von NRJ Germany, dessen Sender auf dem ersten bundesweiten Multiplex vertreten sind, sagte: „Wir sehen in DAB+ eine Chance, die Möglichkeiten der digitalen Transformation erfolgreich zu gestalten.“ Bei DAB+ bekäme man eine bundesweite Abdeckung zum Preis der UKW-Abdeckung eines mittelgroßen Ballungsraumes.

Zu einem Perspektivwechsel rief Holger Meinzer von Media Broadcast auf: „Wir beschäftigen uns zu wenig mit den Wachstumsmöglichkeiten durch DAB+“, kritisierte er. „DAB+ ist die beste Technologie für das Radio. Die Privaten sollten diese Chance, Wachstum zu generieren, auch nutzen.“

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"Dynamische Entwicklung von DAB+ ist ermutigend"

on Dienstag, 06 September 2016.

Leipzig/Berlin (ots) - Als Bestätigung für den eingeschlagenen Weg hat die ARD-Vorsitzende Karola Wille die Zahlen gewertet, die heute auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin über die Entwicklung des digitalen Antennenradios DAB+ präsentiert wurden. "Die dynamische Entwicklung, die DAB+ mit jährlich steigenden Zuwachsraten nimmt, ist ermutigend für die nächsten Schritte, die wir gehen wollen", sagte Wille in Berlin. Der zügige Ausbau des Versorgungsnetzes und die wachsende Anzahl neuer, nur über DAB+ zu empfangender Radioangebote hätten entscheidend dazu beigetragen, dass DAB+ mittlerweile schon 9,5 Millionen Hörerinnen und Hörer in Deutschland erreiche. "Unsere Botschaft, dass DAB+ mehr Radio bedeutet, kommt an, weil DAB+ durch mehr Programme und mehr Vielfalt überzeugt", so Wille.

Für den nächsten Schritt, im Zuge der von der ARD beschlossenen Hybridstrategie DAB+ als den digitalen Radiostandard neben der Internetverbreitung im Markt zu etablieren, bräuchten die Marktteilnehmer, die derzeit in der Abstimmung über ein Zwei-Stufen-Konzept mit konkreten Maßnahmenplanungen seien, aber auch die Hilfe der Politik. Dies betreffe zum Beispiel die notwendige Regulierung im künftigen Umgang mit freien oder frei werdenden UKW-Frequenzen sowie den verpflichtenden Einbau sogenannter Multinormchips, die sicherstellen, dass alle neuen Radiogeräte - auch im Auto - künftig in jedem Fall auch DAB+ und IP-Radio empfangen können. Unstrittig sei, dass die Privatradios bei der Umstellung Unterstützung brauchen, erläuterte Wille. Die ARD setze sich darüber hinaus für die Umsetzung der ITS-Richtlinie zur Verbesserung der Sicherheit der Verkehrsteilnehmer durch Einsatz des DAB+ Services TPEG ein. Zielstellung ist die Etablierung eines bundesweiten ARD-TPEG-Services bis Ende 2016.

Deutschlandradio Intendant Willi Steul: "Ende des Jahres werden 98 Prozent aller Autobahnen mit DAB+ versorgt sein, Ende 2019 das komplette Bundesgebiet. Bereits in diesem Sommer erreichte Deutschlandradio eine bessere Verbreitung über DAB+ als über UKW."

"Der Blick ins europäische Ausland zeigt: Wenn Private und Öffentlich-Rechtliche Hand in Hand gehen, gelingt der schnelle Umstieg auf DAB+. Gemeinsam mit der ARD, den Privaten, dem Netzbetreiber, Herstellern und Landesmedienanstalten werden wir im neu gegründeten Digitalradio Büro Deutschland Marketing-Aktivitäten bündeln, Marktteilnehmer vernetzen und über DAB+ informieren," so Steul.

Gerade die zum ersten Mal vorgelegte Pilotstudie zur tatsächlichen Nutzung von DAB+, die gemeinsam von den Marktbeteiligten - öffentlich-rechtlich wie privat organisiert, getragen und finanziert worden ist, sei ein deutlicher Beleg für die neue Geschlossenheit der Branche bei der vollständigen Digitalisierung des Hörfunks durch DAB+ und Internetradio. Dies werde nun auch von der Politik erkannt, die sich seit geraumer Zeit verstärkt um DAB+ kümmere. "Es geht um nicht weniger als die Zukunft der Mediengattung Radio in einer digitalen Gesellschaft", unterstrich die ARD-Vorsitzende: "Und es geht darum, dass sich Deutschland als europäischer Schlüsselmarkt nicht von der Entwicklung in den Nachbarländern abkoppelt".

Pressekontakt:

Steffen Grimberg
ARD-Sprecher
Tel.: 0341/300-6431
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DAB+ weiter im Aufwind

on Dienstag, 06 September 2016.

Der Trend zum Radiohören über digitale Empfangswege und Geräte hat sich in Deutschland verfestigt. Nach den Befragungsergebnissen zum Digitalisierungsbericht 2016 der Medienanstalten ergibt sich zum dritten Mal in Folge ein sehr starkes Wachstum für Digitalradio. Die Anzahl der DAB+-Empfangsgeräte ist innerhalb eines Jahres um 1,85 Mio. bzw. 29 Prozent auf 8,24 Mio. angestiegen. Immerhin 9,53 Mio. Personen ab 14 Jahren nutzen inzwischen DAB+-Empfangsgeräte zumindest gelegentlich zum Radiohören. Der Anstieg beträgt rund 3 Prozentpunkte von 10,6 auf 13,8 Prozent. Ein Siebtel der deutschen Bevölkerung verfügt damit inzwischen über Digitalradio.

Gut ein Drittel der Bevölkerung (plus 4 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr) hört inzwischen zumindest gelegentlich Radio über das Internet. Diese Entwicklung wird durch das Smartphone gestützt, über das bereits mehr als ein Sechstel der Bevölkerung zumindest gelegentlich Internetradio nutzt.

Vor allem bei den 14- bis 29-Jährigen ist ein klarer Trend zum Radiohören über das Internet und/oder DAB+ erkennbar. Sie nutzen immer stärker beide digitale Empfangsarten und suchen sich je nach Empfangsort und Präferenz die geeignete Empfangsmöglichkeit aus. Das Radiohören über UKW ist aber noch stark verbreitet und für gut drei Viertel der Bevölkerung immer noch die meist genutzte Radioempfangsart, während Kabel- und Satellitenradio Einbußen zu verzeichnen haben.

Diese Ergebnisse erhob TNS Infratest im Rahmen der Studie zum Digitalisierungsbericht 2016. Dazu wurden im Zeitraum Mai/Juni in Deutschland mehr als 8.000 Personen ab 14 Jahren befragt. In Ergänzung dazu wurde im Zeitraum Juni/Juli 2016 eine sogenannte „Pilotstudie DAB+-Nutzung“ durchgeführt, um erstmals die Radionutzung in den DAB+-Empfangshaushalten zu ermitteln. An der Tagebucherhebung beteiligten sich 2.269 Personen, die im Laufe von acht Tagen im Zeitraum Juni/Juli 2016 ihr Radionutzungsverhalten dokumentiert haben.

Signifikante Nutzung von DAB+ in Empfangshaushalten

Die Ergebnisse der Tagebucherhebung belegen, dass neben der zunehmenden Marktdurchdringung von DAB+ bei den Radio-Empfangsgeräten auch die tatsächliche Nutzung von Digitalradio in den Empfangshaushalten bereits beachtliche Werte erzielt. Der Nutzungsanteil von DAB+ an den Radioempfangswegen in diesen Haushalten beträgt schon 19 Prozent. Das sind 46 Minuten der insgesamt erhobenen Hördauer von 248 Minuten. DAB+ liegt damit vor dem Verbreitungsweg Internet, der einen Anteil von 43 Minuten bzw. 17 Prozent an der Hördauer hat. Auf UKW entfällt mit 134 Minuten bzw. 54 Prozent nach wie vor der höchste Anteil. Dies ist aber nicht erstaunlich, weil auch in den DAB+-Empfangshaushalten noch drei von fünf Empfangsgeräten bzw. 60 Prozent der Geräte ausschließlich über einen UKW-Empfang verfügen. Auf die stationären Empfangsarten Kabel/Satellit entfällt in den DAB+-Empfangshaushalten noch ein Anteil von 14 Minuten bzw. 6 Prozent an der Hördauer. Bei differenzierter Betrachtung nach Bundesländern zeigt sich, dass der DAB+-Anteil an der Radionutzung in den südlichen Ländern Bayern und Baden-Württemberg mit jeweils 25 Prozent und in Hessen mit 24 Prozent deutlich überdurchschnittlich ist.

Die Pilotstudie DAB+-Nutzung wurde durchgeführt von der agma-Tochter mmc im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft der Landesmedienanstalten (die medienanstalten), der ARD, Deutschlandradio, Media Broadcast und der privaten Anbieter Regiocast, Energy, Neue Welle und Schlagerparadies.

DLM-Vorsitzender Schneider bewertet Ergebnisse positiv

Die Ergebnisse beider Studien wurden heute auf dem Digitalradiotag der Medienanstalten im Rahmen der Internationalen Funkausstellung Berlin (IFA) präsentiert. Der Vorsitzende der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM), Siegfried Schneider, bewertet die Ergebnisse der von den Medienanstalten initiierten Studien als Durchbruch für die Entwicklung des digitalen Hörfunks in Deutschland: „An DAB+ führt kein Weg mehr vorbei – das zeigen die neuen Zahlen deutlich.“ Umso wichtiger sei es nun, die Rahmenbedingungen für das weitere Wachstum zu optimieren. Hier sei die Initiative der Politik, beispielsweise durch technische Vorgaben, ebenso gefragt wie das Engagement der öffentlich-rechtlichen wie privaten Sender. Eine nicht unnötig in die Länge gezogene Durchsetzung des neuen Digitalradio-Standards könne nur dann gelingen, wenn alle Beteiligten an einem Strang zögen – das ergebe auch die neue Nutzungsstudie: „Danach ist die DAB+-Verbreitung in denjenigen Ländern höher, in denen sich private wie öffentlich-rechtliche Sender engagieren. Und die Privaten bleiben dort auf Augenhöhe mit den Öffentlich-Rechtlichen“. Der Prozess der allmählichen Marktdurchdringung von DAB+ ist aus Schneiders Sicht jetzt unumkehrbar.


Kontakt:

Stefanie Reger
Pressesprecherin
Telefon: +49 (0)30 2064690-22
Mobil: + 49 (0)151 52153340

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