• Neue Programme mit starkem Wachstum / DAB+ mit Abstand wichtigster Verbreitungsweg / DAB+ attraktiv für Werbekunden Norwegen: Übergang von UKW zu DAB+ ein voller Erfolg

    Die öffentlich-rechtlichen und privaten Radioveranstalter sowie die Verantwortlichen bei Digitalradio Norwegen ziehen eine positive Bilanz nach dem Umstieg von UKW auf DAB+: Große Reichweitengewinne erzielen Programmangebote, die es vorher auf UKW nicht gab, meldet die norwegische Kommunikationsbehörde in ihrer jüngsten Übersicht. Während die fünf traditionellen Programmangebote (NRK-Kanäle P1, P2 und P3, P4 und Radio Norway) im Marktanteil von 60,2 auf 42,1 Prozent sanken, konnten die neuen auf DAB+ verfügbaren öffentlich-rechtlichen und privaten Programmangebote ihren Marktanteil von 26,4 auf 36 Prozent erhöhen (neue NRK Programme, P4-Gruppe und Bauer Media, z. B. NRK P1 +, P7 Clip und Radio Rock). Norwegen hatte im Dezember 2017 die nationale analoge Radioübertragung zugunsten von DAB+ beendet.

    Exzellente Reichweiten, sehr guter Empfang
    Die nationale Vielfalt ist von fünf auf 31 Sender angewachsen. Der Netzausbau ist hervorragend: Die öffentlich-rechtlichen Programme erreichen inzwischen 99,7 Prozent der Bevölkerung, die der privaten Anbieter 92,8. Das mobile DAB+ Netz ist besser ausgebaut als das ehemalige UKW Netz, bestätigt die norwegische Kommunikationsbehörde. 86 Prozent der Bevölkerung nutzen heute digitale Verbreitungswege, die große Mehrheit von über 78 Prozent hört täglich Radio über DAB+, meldet Digitalradio Norwegen.

    Hohe Haushaltsdurchdringung, hohe Nachfrage nach Car-Adaptern
    Alleine seit Mitte September 2017 wurden 620.000 DAB+ Radios in Norwegen verkauft, wie Digitalradio Norwegen mitteilt. 150.000 davon fallen in die Kategorie Autoradios oder Auto-Adapter zum Nachrüsten. 64 Prozent der Autofahrer, die regelmäßig Radio hören, nutzen ein DAB+ Autoradio. Insgesamt hat fast jedes zweite Autoradio in Norwegen DAB+ Empfang. Die Nachfrage nach digitalen Adaptern ist ungebrochen und es ist davon auszugehen, dass der Anteil von Autos mit digitalem Radioempfang in 2018 weiter stark wachsen wird.

    Insgesamt stehen jetzt fast 5,4 Millionen DAB+ Radios in norwegischen Haushalten, 85 Prozent haben ein oder mehrere DAB+ Geräte. Die Zahlen zeigen auch, dass die Verbreitung von DAB+ weiter wächst, je länger die UKW-Abschaltung zurück liegt. In Nordland, der ersten Region der digitalen Umstellung vor gut einem Jahr, besitzen inzwischen 91 Prozent der Haushalte ein oder mehrere DAB+ Radios.

    Ole Jørgen Torvmark, CEO Digital Radio Norway AS: „Norwegen hat den wichtigen Übergang vom analogen zum digitalen Radio geschafft. Radio muss digital verbreitet werden, um relevant zu bleiben. Gleichwohl müssen wir den Hörern Zeit geben, um sich an das Hören über digitale Endgeräte zu gewöhnen. UKW wurde in Norwegen stufenweise abgeschaltet. Nach jedem Teilschritt erholten sich die Reichweiten nach einem vorübergehenden Rückgang. Wir gehen davon aus, dass die Reichweiten im Rundfunk Ende 2018 ungefähr denen von Ende 2016 entsprechen.“

    Patrick Hannon, Präsident von WorldDAB: „Radio bleibt nur wettbewerbsfähig über digitale Verbreitungswege. DAB+ bietet mehr Auswahl, gleichzeitig gewährleistet diese Technologie den kostenlosen Zugang zu Radioprogrammen mit effizienter Netzabdeckung. Die neuen Zielgruppenprogramme in Norwegen erfüllen den Wunsch der Hörer nach vielfältigeren Angeboten.“

    Werbemarkt wächst
    Trotz erster Bedenken konnten vor allem die privaten Radiostationen von der UKW-Abschaltung profitieren. Mit einem Umsatz von 369 Millionen Kronen (umgerechnet über 42 Millionen Euro, Quelle: Department of Advertising and Media Statistics) wuchs der Radio-Werbemarkt im zweiten Quartal 2017 um 1,2 Prozent, während die Werbeeinnahmen bei Tageszeitungen (-16,2 Prozent) und Fernsehen (-3,3 Prozent) zurückgingen. 

    Über uns
    Das Digitalradio Büro Deutschland mit Sitz in Berlin ist eine Gemeinschaftsinitiative des Vereins Digitalradio Deutschland, also ARD, Deutschlandradio, privaten Radioveranstaltern, Geräteherstellern und Netzbetreibern, die sich zum Ziel gesetzt haben, Digitalradio DAB+ in Deutschland zu etablieren. Das Digitalradio Büro informiert die Öffentlichkeit über die Möglichkeiten und die Einführung von DAB+ in Deutschland. Der Zugang zum Digitalradio Deutschland e.V. steht allen Marktteilnehmern offen, die sich für DAB+ engagieren. Weitere Informationen zu DAB+ unter: dabplus.de

     

    Kontakt Presse/Medien:

    Carsten Zorger
    Digitalradio Büro Deutschland
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  • Digitalradio DAB+ 2017: Überragende Programmvielfalt, Netzausbau nahe Vollversorgung, gemeinsame Aktionszeiträume mit neuer Markenführung

    Die Marktdynamik beim Digitalradio DAB+ wächst weiter. Im Laufe des Jahres profitierten Hörerinnen und Hörer von der neuen Vielfalt regionaler und überregionaler Programme, darunter einige, die nicht auf UKW zu hören sind. Der klare, digitale und rauschfreie Klang überzeugt auch Autofahrer: Jeder fünfte Neuwagen rollt nun mit DAB+ Radio vom Band. Um die Sichtbarkeit und Akzeptanz von DAB+ weiter zu steigern, setzen Hersteller und Programmanbieter auf gemeinsame Werbeaktivitäten auf Basis der im Mai neu vorgestellten Marken- und Kampagnenführung.

    Positive Marktzahlen, Netzabdeckung vor Vollausbau

    In 15,1 Prozent der deutschen Haushalte steht mindestens ein DAB+ Radio, im Vorjahr waren es nur 12,5 Prozent, so der Digitalisierungsbericht der Landesmedienanstalten. Damit verfügen sechs Millionen Haushalte über mindestens ein DAB+ Gerät, das ist eine Million mehr als im Vorjahr. In Deutschland sind 2017 über 21 Prozent der Neuwagen mit DAB+ Radios ausgestattet, die einen kostenlosen Empfang über Antenne ohne Internetanbindung ermöglichen. Aktuell sind in Deutschland rund 3,7 Millionen DAB+ Autoradios in Betrieb.

    Die Programme des ersten nationalen Multiplexes erreichen bereits 66 Millionen Einwohner „inhaus“ bei einer Flächenabdeckung von 97 Prozent; die Autobahnen sind mit 98,2 Prozent nahezu voll versorgt. Es gibt nun 120 Senderstandorte mit dem bundesweiten Programmangebot von Deutschlandradio und neun Privatsendern.

    Wachsendes regionales Angebot

    Derzeit sind über 150 unterschiedliche regional ausgestrahlte Angebote der öffentlich-rechtlichen und privaten Anbieter verfügbar. Fast alle ARD-Landesrundfunkanstalten haben zusätzliche Sendeanlagen für ihre regionalen DAB+ Bouquets in Betrieb genommen: Die Hörfunkprogramme von hr, rbb und NDR sind nun auch abseits der Ballungsräume digital-terrestrisch zu hören, der SWR startete auf einem neuen Kanal im Allgäu und baute seine Versorgung im Norden von Rheinland-Pfalz aus. Auch der BR hat seine Netze optimiert. Radio Bremen ist über DAB+ jetzt auch in Bremerhaven zu hören. Der SR hat die Empfangbarkeit im Süden des Landes verbessert. Der MDR hatte bereits in 2016 seine DAB+ Netze ausgebaut, der WDR plant dies für das kommende Jahr. 

    Zum Boom beigetragen hat auch eine Kooperation der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) mit dem BR. In einem Simulcast-Szenario sind lokale, regionale und landesweite UKW-Privatradios parallel auf DAB+ verfügbar. Insgesamt 14 Lokalradios aus Franken bauten zuletzt ihre technische Reichweite aus. Bis Ende 2018 sollen alle bayerischen Lokalradios über DAB+ zu hören sein.

    Auch in Sachsen wird das Angebot steigen. Über zwei lokale Multiplexe in Leipzig und Freiberg sollen in Kürze 28 Hörfunkprogramme starten, darunter zehn Programme, die bisher nur im Internet oder noch gar nicht zu hören sind. In Baden-Württemberg sind mit Radio Teddy, Rock Antenne, Regenbogen 2 und Antenne 1 vier weitere private Hörfunkprogramme im landesweiten Bouquet auf Sendung gegangen. In Rheinland-Pfalz ist das Privatradio RPR Eins jetzt auch im ganzen Land über DAB+ zu hören, im Lokalradio Domradio Studio Nahe.

    Landesmedienanstalten für zusätzliche Kapazitäten

    In Hamburg, Berlin und im Rhein-Main-Gebiet sind die regionalen Multiplexe inzwischen ausgebucht. In der Bundeshauptstadt hat die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) daher die Weichen für einen zweiten regionalen Mux gestellt, der bald mit bis zu 16 zusätzlichen Programmen auf Sendung gehen soll.

    In anderen Bundesländern gab es Vorentscheidungen. So waren Interessensbekundungen (Call-of-Interests) im Saarland und Mecklenburg-Vorpommern so erfolgreich, dass die Landesmedienanstalten schon in Kürze Kapazitäten ausschreiben könnten. In Bremen ist zudem ein regionales Privatradio-Angebot geplant. Auch in anderen Bundesländern beschäftigt sich die Medienpolitik intensiv mit dem Thema DAB+.

    Zweiter Bundesmux mit breiter Vielfalt

    Im kommenden Jahr soll die national verbreitete Vielfalt mit einem zweiten Multiplex und bis zu 16 neuen Programmen steigen. Mitte November hat die Gremienvorsitzendenkonferenz (GVK) der Landesmedienanstalten die so genannte Zuweisung an die Antenne Deutschland GmbH & Co. KG bestätigt. Antenne Deutschland ist ein Gemeinschaftsunternehmen der MEDIA BROADCAST Digital Radio GmbH und der Absolut Digital GmbH & Co. KG, die den Aufbau und Betrieb der zweiten nationalen DAB+ Plattform übernehmen sollen. Vor dem Start müssen noch rechtliche Rahmenbedingungen geklärt werden. Fast 30 Programme wären künftig insgesamt bundesweit verfügbar.

    DAB+ Marketing mit neuer Marken- und Kampagnenführung

    Seit Mai hat DAB+ ein neues Logo und Corporate Design sowie eine neue Kampagnenführung. Die Elemente wurden von der ARD entwickelt und stehen allen Marktbeteiligten über den Digitalradio Deutschland e.V. zur Bewerbung von DAB+ zur Verfügung. Alle Mitglieder des Vereins, darunter ARD, Deutschlandradio und Hersteller, setzen die Elemente gemeinsam ein.

    In drei Aktionszeiträumen (Mai, August, November/Dezember) bewerben ARD, Deutschlandradio, private Anbieter und weitere Mitglieder des Vereins den digitalen Radiostandard DAB+ und damit die Freude am Radiohören. Der Slogan des dritten bundesweiten Aktionszeitraums lautet: „Schenken Sie ein DAB+ Radio“. Zu den crossmedialen Maßnahmen zählen unter anderem TV- und Funkspots, Print- und Onlinemotive sowie Programmhinweise. Auch für 2018 sind Aktionszeiträume in Vorbereitung.

    Viele DAB+ Gerätehersteller integrieren das neu vorgestellte Corporate Design in ihre nationale Online- und Offline-Kommunikation sowie auf Produktverpackungen für den PoS. Auch im europäischen Ausland, bei WorldDAB und bei den international agierenden Herstellern hat das neue Corporate Design großes Interesse geweckt.

    Produktoffensive der Hersteller

    Die im Digitalradio Deutschland e.V. vertretenen Hersteller Dual, Hama, Pure, TechniSat und Telestar haben in diesem Jahr eine beachtliche Produktoffensive mit großer Geräteauswahl gestartet. Im Mittelpunkt des Angebots stehen DAB+ Radios mit Farbdisplay und Multiroom-Vernetzung. Weitere Trends sind kompakte, energiesparende Kofferradios mit OLED Display und edle Hybridradios für die heimische Stereoanlage.

    Erste UKW-Aussteiger

    Auch im Ausland setzten Politik und Programmanbieter wichtige Meilensteine: So ist Norwegen 2017 als erstes Land weltweit zugunsten von DAB+ aus der analogen UKW-Verbreitung ausgestiegen. Auch Südtirol hat damit begonnen UKW-Anlagen abzuschalten, während die Schweiz wichtige politische Entscheidungen gefällt hat, damit ein UKW-Ausstieg ab 2020 beginnen kann.

     

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Zugunsten von Digitalradio DAB+: Norwegen schaltet als weltweit erstes Land den UKW-Hörfunk ab

on Freitag, 06 Januar 2017.

Norwegen schaltet im Januar analoge UKW-Sendernetze zugunsten des terrestrischen Digitalradios DAB+ ab. Am 11. Januar um 11.11 Uhr werden im Rahmen einer feierlichen Zeremonie in Bodø die ersten Sendeanlagen in der Provinz Nordland vom Netz gehen. An dem Event nehmen die Verantwortlichen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks NRK sowie aller großen norwegischen Privatradios teil, wie auch internationale Gäste der European Broadcasting Union, EBU. Inzwischen ist der DAB+ Empfang in Norwegen besser als der über UKW. 108 Programmangebote sind digital verfügbar, 23 davon werden national verbreitet.

Der 11. Januar markiert den Auftakt für die schrittweise Abschaltung von UKW in ganz Norwegen. Im Dezember 2017 werden die letzten Anlagen in den nördlichsten Bezirken Troms und Finnmark vom Netz gehen.

Bereits im April 2015 hatte das norwegische Kultusministerium bekannt gegeben, dass ab Januar 2017 die nationalen UKW-Sendernetze sukzessive abgeschaltet werden können.

Im Oktober 2016 hörten bereits 64 Prozent der Norweger täglich Radioprogramme über DAB und DAB+, mehr als 70 Prozent der Haushalte verfügen über mindestens einen DAB+ Empfänger. Über 99,5 Prozent der Fläche des skandinavischen Landes sind im Januar 2017 technisch durch DAB+ mit digitalem Radio versorgt. Damit sind die im Jahr 2015 vorgelegten Kriterien zum UKW-Ausstieg deutlich erfüllt.

Seit zwei Jahren gibt es große Werbekampagnen zum Umstieg von UKW auf DAB+ in Presse, Funk, Fernsehen, auf Plakaten und im Fachhandel.

Norwegen wird nicht das einzige europäische Land bleiben, in dem ein UKW-Ausstieg erfolgt: In Italien kündigte die öffentlich-rechtliche Rundfunk Anstalt Südtirol (RAS) die Abschaltung erster Sender für Ende des Jahres an und rät Kunden beim Neukauf eines Radios ab sofort Digitalradio DAB+ zu bevorzugen.

Weitere Länder wie die Schweiz, Niederlande und Belgien wollen in den Folgejahren sukzessive UKW-Sender zugunsten von DAB+ vom Netz nehmen. In der Schweiz ist ein Abschaltdatum ab 2020 in der Diskussion.

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DAB+ in 2016 so stark wie noch nie // Spitzenverkäufe bei DAB+ Radios // Netzausbau sorgt für zusätzliche Programmvielfalt

on Mittwoch, 21 Dezember 2016.

 

Das digital-terrestrische DAB+ Radio ist im Markt angekommen und setzt sich immer stärker durch. Dies belegen nicht zuletzt aktuelle Ergebnisse aus der Marktforschung: So nutzen knapp 14% der Bevölkerung DAB+ regelmäßig, das sind fast zehn Millionen Menschen  (9,53 Mio. Personen ab 14 Jahren) und damit 2,1 Millionen mehr als im Vorjahr. Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl der verbauten DAB+ Autoradios von zwei auf drei Millionen.

Laut GfK weist der jährliche Absatz von DAB+ Geräten in Deutschland erfreuliche Steigerungsraten auf. Bis zum Jahresende werden rund 1,1 Millionen DAB+ Radios ihre Käufer gefunden haben, so die Erwartungen der Händler. Von Januar bis Oktober 2016 wurden bereits 726.000 Geräte verkauft.

Schneller Netzausbau
Zum Erfolg von DAB+ beigetragen hat vor allem der Netzbetreiber Media Broadcast mit einem zügigen Ausbau beim bundesweiten Multiplex mit vier Programmen des Deutschlandradio und neun privaten Programmen. Die bis Jahresende abgeschlossene Stufe ist der Netzbetreiber mit den Programmanbietern seit Sommer 2015 angegangen. Nachdem das nationale Netz von 61 auf 110 Senderstandorte ausgebaut wurde, ist DAB+ Anfang 2017 bundesweit auf 95 Prozent der Fläche verfügbar, die Autobahnen sind mit 98 Prozent versorgt. Mit dem Netzausbau werden die Vorgaben der Bundesnetzagentur zur Abdeckung nicht nur erfüllt, sondern teils deutlich übertroffen. Auch die regionale Versorgung mit DAB+ wurde 2016 ausgebaut. Die ARD-Landesrundfunkanstalten schalteten zahlreiche zusätzliche Sendeanlagen auf und schlossen damit Versorgungslücken.

Nationale und regionale Programmvielfalt
Seit September verstärkt Schwarzwaldradio als erstes offizielles Ferienradio das Angebot im bundesweiten Programmensemble. In den regionalen Multiplexen bereichern neue „digital only“ Programme mit innovativen Formaten und Musikfarben das Angebot. In Hessen und Hamburg ging mit ERF Pop ein Programm mit vorwiegend christlicher Pop- und Rockmusik auf Sendung. In München sind bis zu 50 regionale Programmangebote auf DAB+ verfügbar. NDR und MDR brachten in diesem Jahr exklusive DAB+ Programme auf den Weg. NDR Plus, das norddeutsche Schlagerradio, sendet rund um die Uhr das Beste aus 50 Jahren Schlagergeschichte. Die MDR Schlagerwelt ist seit September in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen über DAB+ empfangbar.

Immer mehr UKW-Anbieter, die neu auf DAB+ verfügbar sind, schätzen den digitalen Radiostandard als zusätzlichen Verbreitungsweg, weil sie so ihre technische Reichweite steigern. So kann beispielsweise Antenne Mainz aus Rheinland-Pfalz nun auch Hörer und Pendler auf dem Weg zur Arbeit im ganzen Rhein-Main-Gebiet erreichen, ebenso ist Radio Schleswig-Holstein (R.SH) per DAB+ ab sofort flächendeckend im gesamten Großraum Hamburg zu hören. Mit Radio SAW aus Sachsen-Anhalt erprobt erstmals ein kommerzieller Sender die regionale Auseinanderschaltung seines Programms auch über DAB+.

DAB+ effizienter und günstiger als UKW
In Bayern macht die Regionalisierung von DAB+ große Fortschritte. Eine Neuordnung im Multiplex sieht im Kern eine Stilllegung des bisher landesweit einheitlichen Bouquets im Kanal 10D vor. An dessen Stelle sollen sieben Regionalmuxe in ganz Bayern treten. Diese werden einerseits vom Bayerischen Rundfunk (BR) für die jeweilige Bayern 1-Regionalversionen sowie Bayern 2 Nord oder Süd genutzt. Andererseits sollen hierüber lokale, regionale und landesweite Privatradios verbreitet werden. Die ersten drei Regionalmuxe sind in diesem Jahr in Franken gestartet, bisher nur mit Programmen des BR. Landesweite Sender wie Kultradio oder Radio Galaxy sollen künftig in diesen Multiplexen verbreitet werden, dabei sollen die Verbreitungskosten gegenüber dem landesweiten Kanal 10D sogar sinken. 

Erstes Smartphone mit DAB+
Meilensteine gab es aber auch im Endgeräte-Sektor: Mit dem LG Stylus 2 ging in diesem Jahr das erste Smartphone mit eingebautem DAB+ Radio an den Start. Einher ging die Markteinführung mit dem Start hybrider Radio-Apps, die je nach Verfügbarkeit automatisch zwischen den Verbreitungswegen DAB+ und Internet hin- und herschalten oder das lineare Audioprogramm mit zusätzlichen Internetinhalten verknüpfen. Der Vorteil: Smartphone-Nutzer können digitale Radioprogramme kostenlos und ohne Internet-Datenverbrauch genießen.

Kommende Dynamik mit zweitem Bundesmux
„Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: DAB+ ist nicht mehr aufzuhalten. Wer heute noch am Erfolg von Digitalradio DAB+ zweifelt oder die Technologie schlechtredet, agiert ausschließlich aus taktischen Gründen“, resümiert Dr. Willi Steul, Vorsitzender des Vereins Digitalradio Deutschland e.V. und Intendant von Deutschlandradio. Er hofft zugleich auf eine weitere Dynamik im neuen Jahr: 2017 könnte ein zweiter bundesweiter Multiplex das Digitalradio-Angebot durch weitere attraktive Spartenprogramme bereichern. Die entsprechenden Kapazitäten haben die Landesmedienanstalten bereits ausgeschrieben.

Politik muss Rahmenbedingungen für Migration zu DAB+ schaffen
An die Politik appelliert Dr. Steul, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit sich die positiven Prozesse fortsetzen. „Dazu gehört beispielsweise, dass frei werdende UKW-Frequenzen nicht wieder neu vergeben werden dürfen. Ferner muss die Politik privaten Programmanbietern durch gezielte Fördermaßnahmen die Chance für neue Programme über DAB+ eröffnen, neben der Finanzierung des Simulcasts für existierende UKW-Angebote. Die Länder Schweiz und Norwegen zeigen eindrucksvoll, wie eine Migration von analogem zu digitalem Radio gelingen kann, wenn alle Marktakteure – private und öffentlich-rechtliche Programmveranstalter, Netzbetreiber und die Geräteindustrie – mit der Politik an einem Strang ziehen.“

Norwegen beginnt als erstes europäisches Land ab Januar 2017 mit dem Ausstieg aus der analogen UKW-Technik, in der Schweiz sollen ab 2020 die UKW-Sendernetze abgeschaltet werden. 
Der Vorsitzende des Digitalradio Vereins Deutschland fordert eine Gleichbehandlung von digitalem Radio und digitalem Fernsehen: „Nach der Abschaltung der Mittel-, Lang- und Kurzwellensender sollte es eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, dass in Deutschland verkaufte Radiomodelle weiter eine Zugangsmöglichkeit zu allen terrestrisch verbreiteten Hörfunkprogrammen besitzen. Das ist nur möglich, wenn  Radiogeräte verpflichtend einen Multinorm-Empfangschip für UKW und DAB+ besitzen. Nur dadurch entsteht ein diskriminierungsfreier Zugang zu allen auch digital über Antenne verbreiteten Angeboten.“

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WorldDAB Forum in Wien: Regierungen aus Europa erläutern gemeinsame Pläne ihrer Vision von Digitalradio

on Donnerstag, 10 November 2016.

  • Über 200 Teilnehmer der WorldDAB Versammlung  in Wien
  • Politische Vertreter diskutieren mit Europäischer Kommission Pläne für die Zukunft des Radios
  • Rundfunkanbieter präsentieren Beispiele für Programm und Geschäftsmodelle
Minister, Rundfunkanbieter, Regulierer und Industrie versammelten sich heute in Wien, um eine gemeinsame Vision über die Zukunft von Digitalradio zu erläutern.  Neben Vertretern von Politik und Regulierungsbehörden aus Deutschland, Frankreich, Norwegen, Großbritannien und der Slowakei  beteiligte sich auch die Europäische Kommission an der Diskussion über die Zukunft des Digitalradios und die Einführung von DAB in europäischen Schlüsselmärkten.

In den Monaten vor der weltweit ersten digitalen Umstellung in Norwegen hat sich DAB als zukünftiger Standard für Radio quer durch Europa und Australien etabliert. 56 Prozent der europäischen Bevölkerung können bereits DAB-Services empfangen.

„DAB gewinnt kontinuierlich an Stärke und wir haben heute sehr deutliche Bekenntnisse von den Regierungen auf Länderebene gehört“, erklärt Patrick Hannon, Präsident des WorldDAB-Forums. „Eine wachsende Anzahl an Stimmen fordert nun eine aktivere Unterstützung seitens der Europäischen Kommission. Insbesondere, dass Empfangsgeräte gleichzeitig FM- und DAB-fähig sein sollen. Von einem derartigen Schritt würden sowohl neue als auch bereits entwickelte Radio-Märkte gleichermaßen profitieren.“

Mit der Überschrift „Neue Inhalte – Neue Märkte“ fokussierte die Generalversammlung auf neue Hörermärkte und neue Geschäftsmodelle durch digitales Radio. Referenten berichteten unter anderem über Absolute Radio in Großbritannien, das seine Hörerschaft durch Digitalradio verdoppelt hat, weiters über die neu gegründete niederländische Radiogruppe Newco sowie über die Wireless Group (kürzlich von News Corp erworben), die beide auf DAB+ als Herzstück ihrer digitalen Strategie setzen. Ebenso präsentierte sich die Radiostation Angel Radio in Großbritannien, der die Umstellung auf Digitalradio dank lokalem DAB-Multiplex gelang.

In den Keynotes am heutigen Donnerstagvormittag sprachen folgende Referenten vor einem internationalen Publikum aus rund 200 Branchenexperten über die Zukunft des Digitalradios und der Notwendigkeit von Zusammenarbeit:

Heike Raab, Staatssekretärin für Bundes- und Europaangelegenheiten, für die Bereiche Medien und Digitales des Landes Rheinland-Pfalz.
„Die Zukunft des Radios ist digital! Aufgrund der vielen Vorteile, die durch DAB entstehen, ist der digitale Switch-over nur eine Frage der Zeit. Die Simulcast-Phase muss so kurz wie möglich und so lange wie notwendig sein.“

Line Langnes, Senior Legal Adviser und Projektmanager, Norwegian Media Authority, Norwegen:
“Die Digitalisierung von Radio macht es Rundfunkunternehmen möglich, mehr Inhalte anzubieten. Wie aktuelle Umfragen zeigen, steigen Reichweite und Marktanteile von Digitalradio in Norwegen kontinuierlich. Unser Fokus liegt nun darauf, gut über den Umstieg zu informieren und was dafür gemacht werden muss. Im Speziellen geht es uns um Autofahrer, die ihre Fahrzeuge umrüsten müssen.”   

Patrice Gélinet, Vorstandsmitglied des Hohen Rates für audiovisuelle Medien (CSA), Frankreich:
„In den nächsten Monaten und Jahren werden zusätzliche Ausschreibungen folgen, das bedeutet, dass 2023 die gesamte französische Bevölkerung DAB empfangen kann. Der Erfolg von DAB bei unseren Nachbarn zeigt den Appetit der Industrie und der Hörer auf digitalen Hörfunk. Über die bekannten technologischen Vorteile hinaus beweisen die Vielfalt, die Vielseitigkeit und das Bekenntnis der Stakeholder im Radio-Ökosystems, dass DAB ein wesentlicher Bestandteil der Zukunft des Radios in Europa und somit auch in Frankreich ist.“

Viliam Podhorský, Direktor der elektronischen Kommunikationsabteilung im Ministerium für Transport, Bauwesen und regionale Entwicklung (MDVRR  SR), Slowakei:
„Der Umstieg von analogem zu digitalem Rundfunk repräsentiert einen maßgeblichen Technologiewandel, für dessen Erfolg die enge Zusammenarbeit mit anderen Ländern ausschlaggebend sein wird. Ein wesentlicher Bestandteil der Umsetzung in der Slowakei ist die Gestaltung rechtlicher Rahmenbedingungen, die Anreize für Rundfunkanbieter enthalten. Dabei soll sichergestellt werden, dass analoge und digitale Bedeckung gleich groß sind, Inhalte mit Mehrwert zur Verfügung gestellt werden und dass alle  Beteiligten an dem Prozess aktiv mitwirken.“

Andreas Geiss, Abteilungsleiter – Radio Spectrum-Politik, DG CONNECT, Europäische Kommission:
„Wir sind an einer Modernisierung der Hörfunkübertragungsnetze interessiert und freuen uns, dass sich der Markt für DAB+, genauso wie für Internetradio, weiterentwickelt. Wir haben DAB bereits in unsere Standards aufgenommen, die alle Mitgliedsstaaten unterstützen sollten.  Ein Eingreifen auf EU-Ebene muss den Grundsatz der Subsidiarität berücksichtigen und einen Mehrwert schaffen. Egal, welche Handlung wir setzen, wir müssen sicherstellen, dass der Konsument bei Service und Preis wählen kann. Wir fordern Rundfunkanbieter, Autohersteller und Telekomindustrie auf, zusammenzuarbeiten.“  

Weitere Beiträge boten Einblicke in entwickelte Märkte, die sich im Übergang von analog zu digital befinden, sowie in laufende Fortschritte der DAB-Aufbauländern. Darüber hinaus wurden Analysen über den Automotive-Bereich und den weltweiten Geräteverkauf präsentiert.  

Aktuelle Statistiken zeigen, dass der Einsatz von DAB in Fahrzeugen stetig steigt. Fast alle Autohersteller bieten nun DAB-Radio entweder als Standard oder als optionalen Premiumdienst an. Da die ersten Länder UKW abschalten werden, ist es für Autohersteller immens wichtig, alle Fahrzeuge auf DAB umzurüsten.

Beim gestrigen „WorldDAB Award for Outstanding Service“ wurde Reiner Müller, technischer Leiter der Bayrischen Landeszentrale für Neue Medien, BLM, ausgezeichnet. Er wurde für seinen Enthusiasmus und unermüdlichen Einsatz im Sinne der Zusammenarbeit geehrt, die für eine erfolgreiche Entwicklung von DAB in Deutschland erforderlich ist.

Audio-Material und Präsentationen von ausgewählten Sitzungen sind auf Anfrage erhältlich.

Über WorldDAB
Der weltweite Branchenverband WorldDAB hat das Ziel, DAB Digitalradio zu etablieren und zu fördern. Durch die Vernetzung von Vertretern der Radiobranche stellt WorldDAB Wissen und Expertise zur Verfügung, das Ländern hilft, Digitalradio erfolgreich einzuführen und umzusetzen.

Unsere rund 1000 Experten aus mehr als 90 Mitgliedsorganisationen decken 27 Länder quer über den Globus ab, darunter öffentliche und private Rundfunkanstalten, Regulatoren, Netzwerkbetreiber, Geräte- und Chip-Hersteller sowie die Automobil-Industrie.

Zusammen gestalten wir die Zukunft des Radios, bieten Beratung und maßgeschneiderte Lösungen für alle Aspekte des Übergangs von analogem zu digitalem Radio.

Pressekontakt:
Darren Willsher

Leiter der Kommunikation
WorldDAB

+44 20 7010 0743
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